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Salem Express ( 14.12.1991 )
Tiefe: 12 - 30 m
Fahrtzeit: 90 min.
Das Wrack der Salem Express ist, trotz der menschlichen Tragödie, heute ein stark frequentiertes Ziel. Die beste Tauchzeit bietet sich am Morgen und während des Vormittages an, denn im Nachmittagsverlauf liegen große Teile des Wracks im Schatten. Wenn man an der Backbordseite, in zwölf Meter Tiefe, an den Fenstern bis zum Heck taucht, gelangt man zur Heckklappe, den beiden Schrauben und dem Ruder. Taucht man längs des Kiels zum Bug, so sollte sich der Taucher rechts neben dem Kiel aufhalten, der hier noch keine Grundberührung hat. Direkt am Bug sind die Schäden, die durch die Stauchung beim Aufprall auf das Riff entstanden sind, an den gewellten Rumpfplatten zu erkennen. Der hochgeklappte Bug und der aufgezogene Backbordanker eignen sich als Fotomotive. Wer im flacheren Wasser den zerschlagenen Fenstern an Backbord zum Bug hin folgt, kann durch etliche dieser Öffnungen einen Blick in das Innere werfen. In Höhe des hinteren Mittschiffs befinden sich die beiden schlanken Schornsteine der Salem Express und die Brücke. Von der Brücke aus erstrecken sich ein Mast und diverse Funkantennen ins Wasser. Der Bewuchs am Schiff ist noch spärlich, erste Hartkorallen siedeln aber schon an den Schrauben und Propellerschäften. Der Meeresgrund um das Wrack ist noch immer mit privaten Gegenständen bedeckt. Elektrogeräte, Radios, Reste von Kleidungsstücken und Polstern, Spielzeug und Koffer sind stumme Zeugen dieser Katastrophe. Neben den Überbleibseln der persönlichen Habe, bedecken einige größere Wellblechabdeckungen den Grund. Sie liegen auf der rechten Seite des Wracks, neben dem Deck, der Brücke und den anderen Aufbauten.

Das Schiff:
Es wurde 1964 in La Seyne, Frankreich erbaut. Die 115 m lange, 18 m breite Fähre und einem Tiefgang von 5 m, lief 1966 als "Fred Scamaroni" vom Stapel. Nach mehreren Besitzerwechseln fuhr sie ab 1988 auf der Linie Suez - Safaga - Jeddah (Saudi-Arabien) unter dem Namen Salem Express, wo sie bei der Reederrei Samatour Line registriert war.
Die Salem Express war mit 4771 BRT ein typisches großes Frachtschiff, wie sie vielfach im Mittleren Osten auch heute noch eingesetzt werden. Zum Schutz gegen die brennende Sonne, waren auf dem Oberdeck Wellblech-Bedachungen angebracht. Fahrzeuge fuhren beim Beladen, durch die in Verruf geratene Bugklappe, auf die Fähre. Das Schiff war mit 4 x 8 Zylinder Diesel (Pielstick MK 8 PC 2L), gekoppelt auf zwei verstellbaren Schrauben, sowie zwei Bugstrahlrudern ausgestattet.

Der Untergang:
In der Nacht des 16. Dezember 1991 lief die Salem, auf dem Weg in die ägyptische Hafenstadt Safaga, während eines Unwetters auf ein unbekanntes Riff neben Shaab Sheer auf und schlug Leck. Das Schiff verfügte über keine Schoten und sank deshalb in wenigen Minuten. Die Passagiere, größtenteils Pilger auf der Rückreise von Mekka, wurden im Schlaf überrascht. 180 Personen wurden gerettet. Laut der Passagierliste kamen 470 Personen ums Leben. Vermutlich ist die Zahl der Opfer aber weit höher , da davon ausgegangen werden kann, dass nicht alle Personen an Bord registriert waren. Ungeklärt ist bis heute, warum der Kapitän von der sicheren Schiffahrtsroute abwich. Angeblich hatte er Motorprobleme und wollte deshalb ein Abkürzung nehmen.
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